QUID PRO QUO VERTRAGSSICHERHEIT DURCH BLOCKCHAIN – TEIL 2

In der Juli-Ausgabe unseres Newsletters haben wir berichtet, wie die Blockchain funktioniert und wie die Datensicherheit durch die neue Technologie gesteigert werden kann. Von Blockchain hören wir meist im Zusammenhang mit Kryptogeld. Doch die Einsatzbereiche sind wesentlich weitreichender, wie ich im Folgenden darlegen möchten:

 

KLARE REGELN

Haben Sie schon mal etwas von »Smart Contracts« gehört? Sie sind die bahnbrechenden Anwendungen auf Basis der Blockchain-Technologie. Diese »Intelligenten Verträge« sind so programmiert, dass sie sich selbst organisieren. Von der Durchführung, Verwaltung bis zur Bezahlung. Der Algorithmus legt fest, wann es zur Auftragsausführung kommt und wickelt die Bestellung, Überwachung und Bezahlung völlig autonom ab. Die Überwachung erfolgt ohne menschliche Kontrollen, da alle Vertragsbestandteile und sämtliche Klauseln vorab programmiert werden. Vereinfacht lässt sich die Programmierung auf »Wenn-Dann«-Regeln herunterbrechen. So »weiß« Ihr Kühlschrank: »Wenn Milch leer – dann neue Flasche ordern« und sorgt selbständig für den Nachschub. Die Bestellung wird angestoßen und die Bezahlung bei Lieferung direkt geleistet. Und wenn es Ihnen wichtig sein sollte, dass die Milch tatsächlich von glücklichen Kühen auf grünen Weiden produziert wurde, lässt sich mit Hilfe der Blockchain die Lieferkette lückenlos dokumentieren. Das gilt selbstverständlich nicht nur für Lebensmittel. Herkunft, Produzent, Spedition: alles kann festgehalten werden. Ein Umetikettieren von Lebensmitteln, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, würde sofort auffallen. Bei Leasing-Verträgen ließe sich die Maschine nur bedienen, nachdem die Rate gezahlt wurde. Ohne Geldfluss wird der Zugriff auf das Gerät gesperrt. Das autonom fahrende Auto steuert bei Bedarf selbstständig die Tankstelle an, lädt sich auf (falls der Verbrennungsmotor eines Tages wirklich obsolet sein sollte), zahlt und rollt weiter.

Smart Contracts sind selbstverwaltende Verträge.

 

URLAUB OHNE »MAN-IN-THE-MIDDLE«

Auch in der Share Economy kann die Blockchain die Prozesse verschlanken. Suchen Sie aktuell eine Mitfahrgelegenheit oder die passende Unterkunft, sind Sie auch in der Share Economy auf das Mitwirken von Mittelsmännern angewiesen. Denn Uber und Airbnb lassen sich ihre Dienste selbstverständlich bezahlen. Einfacher und preiswerter wäre es doch, wenn Sie Ort, Ausstattung, Preisspanne und Zeitraum einer Unterkunft auswählen. Der Algorithmus findet die passende Bleibe und die Begleichung der Kosten erfolgt direkt ohne Umwege an den Vermieter mit dem Erhalt des Zugangscodes für das elektronische Türschloss. Entsprechendes kann man sich für Mietwagen oder Leihfahrräder vorstellen.

 

DATEN SIND DAS NEUE ÖL?

So heißt es. Doch ehrlich gesagt, verstehe ich den Sinn dieser Aussage nicht. Uns allen ist klar, dass wir unsere Daten sicher wissen wollen. Wir wollen über ihre Verwendung informiert werden und es darf kein Missbrauch getrieben werden. Dies gilt insbesondere bei persönlichen Informationen, bei den Patienten- oder Vermögensdaten. Wie in der letzten Ausgabe unseres Newsletters beschrieben, wird durch die Blockchain ein Hacking oder eine Manipulation nahezu ausgeschlossen. Und da die Notwendigkeit von Mittelsmännern nicht mehr besteht, liegt die Datenhoheit bei jedem Individuum. Eine Kommerzialisierung des eigenen Datenprofils würde durch den Einsatz der neuen Technik abgestellt.

Durch die Nutzung der Blockchain für private Daten kann Datensouveränität tatsächlich erreicht werden.

 

DIE RECHNUNG MIT DEM WIRT MACHEN

Eigentums- und Urheberrechte im Internet sind oft undurchsichtig oder befinden sich in einer Grauzone. Selbst wenn man gewillt ist, für die Nutzung eines Musiktitels, eines Bildes oder eines Berichtes eine Micro-Zahlung vorzunehmen, ist oft nicht klar, wer der Eigentümer ist und wem eine Entlohnung zusteht. Wir sind es gewohnt, dass sich im Internet die Dinge »mit einem Klick« regeln. Wäre es daher nicht praktisch, wenn es ein Netzwerk gäbe, in dem die Urheber des geistigen Eigentums organisiert wären und jede Nutzung automatisiert abgegolten wäre? Ohne das Zücken der Kreditkarte und dem unguten Gefühl dabei, wenn man von dem Anbieter noch nie etwas gehört hat? Durch die Festschreibung jeder Nutzung in der Blockchain könnte eine Überführung der kriminellen Teilnehmer durch die gesamten Nutzer erfolgen.

 

NEUE WELTEN AUCH IN DER BERUFLICHEN BILDUNG

Sie kennen uns als Ihr Dienstleister im Bereich Aus- und Weiterbildung. E-Learning ist mittlerweile ein immer wichtiger werdender Bestandteil in der beruflichen Bildung. Als Leser unseres Newsletters wissen Sie, wo die Vorteile des sogenannten Blended Learnings liegen. Die Kombination aus Präsenz-Schulungen und der individuellen Vor- und Nachbereitung oder Vertiefung einzelner Komponenten. Wir verfolgen daher die Entwicklungen der Blockchain-Technologie mit Spannung. Denn ein Netzwerk, in dem elektronischer Lernstoff, Filmbeiträge oder Lernkontrollen verknüpft bereitgestellt werden, kann die Administration im Bereich E-Learning
wesentlich verschlanken. Heute erfahren wir in den Gesprächen mit unseren Kunden oft, dass die Bedenken vor der Einführung einer virtuellen Lernplattform groß sind. Der zu leistende Aufwand erscheint hoch. Und in der Tat ist E-Learning hochkomplex, die Zahl der Anbieter vergrößert sich ständig. Wir beobachten den Markt seit geraumer Zeit genau. Gemeinsam mit unseren Partnern erstellen wir für unsere Kunden Bedarfsanalysen, entwickeln Bildungsmaterial und unterstützen bei der Projektrealisierung. Wenn die Blockchain auch Einzug in den E-Learning-Bereich hält, wollen wir mitwirken, diese neue Technologie sinnvoll zu implementieren. Wenn Sie Fragen oder Wünsche zu dem Thema E-Learning haben, wenden Sie sich gerne an Daniel Stöckel. Er steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.