ARAGO KUNDENAKADEMIE: »ESSEN SIE SICH GESUND – LEISTUNGSSTARK DANK BEWUSSTER ERNÄHRUNG«

Woran denken Sie, wenn es um das Thema Ernährung geht? Gerade jetzt mit Beginn des Frühlings preist fast jede Zeitschrift eine revolutionäre Diät an. Die Werbung verspricht gesundes Abnehmen mit Hilfe der Einnahme von Pulvergetränken oder Tabletten. Sucht man Literatur zu dem Thema »gesundes Essen«, muss man schon etwas länger schauen; Ratgeber zum Abnehmen sind leichter zu finden. Dabei liegt die Vermutung doch nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen schlank und gesund geben sollte. Auch in der Medizin spielt der Komplex »gesunde Ernährung« eine eher untergeordnete Rolle. Zum Bedauern unserer Referentin Thea Sicker. Die ärztlich geprüfte Gesundheitsund Ernährungsberaterin hat anlässlich unserer arago Kundenakademie im Februar in einem äußerst unterhaltsamen Vortrag ihre Erkenntnisse aufgezeigt zu »unserem täglichen Brot« (wobei sie gerade zum Thema Brot deutliche Hinweise gab, doch dazu später mehr).

Unser Geschäftsführer Daniel Stöckel mit Referentin Thea Sicker

»Keine Generation vor uns konnte in einem solchen Ausmaß auf Nahrung zugreifen, wie wir«, erläutert Sicker. Waren für unsere Vorfahren ein bis zwei Mahlzeiten am Tag üblich, die keinesfalls immer erhitzt sein mussten, gilt für uns heute das Motto »etwas Warmes braucht der Mensch!«. Vier, fünf Mal am Tag greifen wir zu einer Stärkung. Magere Zeiten oder gar Fasten sind in unserer Gesellschaft eher unüblich. Was also macht unser Körper mit dem reichhaltigen Angebot? Er speichert und legt Reserven an für kommende schlechte Zeiten, erklärt Sicker.

Im Rahmen der arago Kundenakademie klärte Referentin Thea Sicker, abseits von Diäten,
über bewusste Ernährung auf.

Da die Zeiten (zum Glück für uns) absehbar nicht schlechter würden – zumindest nicht, was unsere Nahrungsvorräte betrifft – gäbe es keinen Anlass auf die Reserven zuzugreifen; der Körper bediene sich lieber bei der frischen Zufuhr. »Wir gehen ja auch nicht in den Keller, um nach Essbarem zu schauen, wenn der Kühlschrank voll ist«, meint Sicker. Sie erklärt die Grundzüge des menschlichen Metabolismus: Das Depot wird nicht geleert, gespeichert wird im Unterhautfettgewebe, aber auch in den Zellzwischenwänden, dem Bindegewebe. Nährstoffe werden im Gefäßsystem verarbeitet, gehen durch die Zellzwischenwände, um schließlich in der Zielzelle anzukommen. Wenn die Zellzwischenräume zu eng seien, komme es zu Stoffwechselstörungen. »Wie ein Stau auf der Autobahn«, erklärt die Referentin. Wenn es zu einer Verengung komme, gerate der Verkehr ins Stocken. Dies könne unter anderem zu Arteriosklerose, einer krankhaften Verengung der Arterien oder zu Gicht führen.

Doch nicht nur die Menge unserer Nahrung habe sich gewandelt, auch was bei uns auf den Tisch kommt, verändere sich. Unsere Ahnen dürften sich wenig Gedanken darüber gemacht haben, wie viel Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate ihre täglichen Mahlzeiten beinhalteten. Gegessen wurde, was gerade geerntet werden konnte – und das möglichst frisch. Heute finden wir in den Discountern Konservendosen, die eine Mindesthaltbarkeit von fünf Jahren angeben. Fraglich sei, ob ein Großteil der ursprünglich enthaltenen Vitamine solche Zeitspannen überhaupt überleben. Lebensmittel, die tatsächlich »leben«, machten in den modernen Supermärkten nur noch etwa 5% bis 10 % aus, legt Sicker dar. Mehr Fläche stünde den erhitzten, konservierten und weiterverarbeiteten Produkten zur Verfügung.

Zudem enthielten diese Produkte synthetische Zusätze, wobei nicht ausgeschlossen werden könne, dass es bei dem Zusammentreffen der diversen Geschmacksverstärker in unserem Magen zu einer chemischen Reaktion komme. Zwar müsse auf der Verpackung enthaltene synthetische Zusätze deklariert werden und einige Produkte würden diese Zusätze nur in geringem Maße aufweisen, dennoch könne sich die Summe der künstlichen Zusätze erhöhen, je mehr verarbeitete Leckerbissen sich in unserem Einkaufswagen befünden.

Was hingegen auf den Verpackungen nicht angegeben werden muss, sei die Herstellungsmethode der Nahrungsgüter. »Was hat man mit dem Rotkohl gemacht, dass er drei Jahre im Glas haltbar ist?«, fragt Sicker. »Von alleine macht er das nicht!« Vielleicht könne diese Kost nur nicht kaputt gehen, weil fast nichts Verderbliches mehr darin enthalten sei?

Haben unsere Eltern und Großeltern zumindest in ihrer Jugend noch vermehrt auf natürliche und frische Naturalien zurückgegriffen, ernährten sich junge Menschen heute bereits viel früher von »toter« Nahrung, gibt die Ernährungsberaterin zu Bedenken. Wer heute auf bewusste Ernährung achte, verstehe dies meist als eine kalorienreduzierte Nahrungszufuhr. »Light«-Produkte lägen voll im Trend. Die biologische Wertigkeit, also wie natürlich das Essen sei, werde nicht deklariert und selten beachtet. Die Folge der modernen Fehlernährung zeige sich in den typischen Zivilisationskrankheiten: Übergewicht, Diabetes und Leberschäden resultierten aus Stoffwechselstörungen. Gefäßerkrankungen führten zu Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Arthrose, Osteoporose und Rheuma schränkten den Bewegungsapparat ein. Erwähnt seien auch Verdauungsprobleme, Zahnerkrankungen, eine Zunahme von Allergien und Krebserkrankungen.

Wo also setzt die Gesundheitsberaterin an, um es nicht so weit kommen zu lassen? Für eine gesunde Ernährung empfiehlt sie – wenig überraschend – frisches Obst und Gemüse, Salate, Müsli aus frischen Körnern und Vollkornprodukte sowie native Öle und Butter. Die so zugeführten Vitalstoffe sorgten für einen funktionierenden Stoffwechsel. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Enzyme seien die perfekte Prophylaxe vor Zivilisationskrankheiten, an denen immerhin 60 % der westlichen Bevölkerung leide. Praktisch: In all den frischen »lebendigen« Lebensmitteln seien die Vitalstoffe in genau dem richtigen Verhältnis aufeinander abgestimmt. »Die Karotte wartet nicht, bis das Radieschen um die Ecke kommt, ehe die Verdauung und Verwertung im Körper beginnen kann«. Bei Zucker beispielsweise sei das anders. Um diesen zu verarbeiten, sei Kalzium notwendig. Und wo trifft der Zucker auf das erste Kalzium -Vorkommen im Körper? In den Zähnen oder Knochen. Diese Kalzium-Vorkommen würden für die Verstoffwechselung herangezogen. Gemüse oder Obst, pur und roh, ließen sich hingegen ohne weitere Zufuhren verwerten. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sei keine zu empfehlende Alternative. Denn die wahllose Zufuhr von Vitaminen könne zu ungünstigen Korrelationen führen. Und auch wenn die Hersteller dies vermeintlich berücksichtigten und Vitaminpräparate »von A bis Z« anböten, sollten wir bedenken, unsere Generation ernähre sich so, wie vor uns noch niemand gegessen habe. Welche Folgen dies haben könne, müsse sich erst noch zeigen.

Um den täglichen Bedarf an Kohlehydraten, Eiweiß und Fetten zu bedienen, greife man am besten zu natürlichen Stoffen, empfiehlt Sicker. Kohlehydrate, also Zuckerstoffe, seien in frischem Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Naturreis enthalten. Als Option zum Industriezucker sei Xylit erwähnt. Statt Karies zu verursachen, begünstige der sogenannte Birkenzucker die Einlagerung von Mineralien in den Zähnen. In den gängigen Fertigprodukten (auch in Gemüsekonserven), in Corn Flakes und in Fruchtjoghurts sei Fabrikzucker im Übermaß vorhanden. Auf die Zufuhr dieser »leeren Kalorien« solle weitestgehend verzichtet werden. In diese Kategorie falle auch das Auszugsmehl. Im Gegensatz zu dem vollen Korn, das reich an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralien sei, handele es sich bei dem Auszugsmehl um ein raffiniertes Produkt. Denn um das Mehl haltbar zu machen, würden dem Getreidekorn vor dem Mahlvorgang alle Randschichten und der Keim entfernt und damit das Vitamin B1 und alle Vitalstoffe.

Eiweiß, auch Protein genannt, sind Aminosäureketten, führt Sicker aus. Die vorhandenen 20 Aminosäuren ließen sich unzählig kombinieren. Bis zu 150 aneinandergekettete Aminosäuren bildeten die Eiweißstoffe. Proteine seien der Baustoff für Muskelfasern, Bindegewebe, Enzyme, Organe und Blut. Eiweiß würde umgewandelt zu Collagen, das in den Zellzwischenwänden, vorrangig im Bauchraum, gespeichert würde. Es sei notwendig für unser Wachstum und auch in der Muttermilch enthalten – bemerkenswerterweise jedoch nur zu 1,5 % bis 2,5 %. Denn Muttermilch habe eine hohe biologische Wertigkeit. Die Nahrungsproteine könnten gut in körpereigene Proteine umgewandelt werden. Tierisches Eiweiß sei enthalten in Fleisch, Fisch, Wurst, Eiern, Milch und allen Milcherzeugnissen. Doch im Grunde sei tierisches Eiweiß artfremd. »Die größten und leistungsfähigen Tiere sind die Pflanzenfresser«, gibt Sicker zu bedenken. Pflanzliches Eiweiß sei in Vollkorngetreiden, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Obst enthalten. Besonders viele Eiweiße enthalten alle Blätter, also auch Salate. Zu beachten sei, dass bei einer Erhitzung von 42 Grad Eiweiß seine natürliche Beschaffenheit verlöre. Daher solle täglich auch auf naturbelassenes, unerhitztes Eiweiß zurückgegriffen werden.

Speisen, die Industriezucker enthalten, sollten möglichst gemieden werden, da dieser auch eine Vollwertkost unverträglich machen kann.

Schließlich schildert Sicker die Notwendigkeit von Fetten in unserem Speiseplan. Ungesättigte Fettsäuren könnten vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Die Zellen und Zellwände benötigten Fette, möglichst naturbelassene wie kaltgepresste Öle, Butter oder Sahne. Industriell gehärtete, raffinierte Fette sollten vermieden werden. Gleiches gelte für raffinierte Öle, die man im Supermarkt meist an der Verpackung in Plastikflaschen erkenne. Insbesondere vor dem Verzehr von Margarinen riet Sicker ab. Der mehrschrittige Herstellungsprozess führe dazu, dass essentielle Fettsäuren in dem Endprodukt kaum vorhanden seien, Margarine bestehe zum größten Teil aus gehärteten Fetten. 

Wie also sieht die Empfehlung der Gesundheitsexpertin für die tägliche Nahrung aus? Etwa ein Drittel unserer täglichen Speisen solle aus Frischkost bestehen, wobei Gemüse, möglichst frisch und als Rohkost serviert, wiederum zwei Drittel ausmachen solle, Obst ein Drittel. Bei den Getreideprodukten greife man idealerweise bei Vollkornreis, -nudeln und -brot zu. Milch, Milchprodukte, Öle und Fette gehörten täglich zu einer ausgewogenen Ernährung. Fleisch, Fisch und Eier könnten wöchentlich auf dem Speiseplan erscheinen.

Mittlerweile zum achten Mal, fand unsere arago Kundenakademie in dem außergewöhnlichen Ambiente des LoftAGE statt. Die hervorragende Küche beweist, wie genussvoll es sein kann, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. So haben wir uns im Anschluss, ausgestattet mit unseren neuen Erkenntnissen, an dem leckeren Buffet und dem zur Feier des Tages genehmigten Glas Wein erfreut.

Das Ambiente des Restaurants LoftAGE.