WEITERBILDUNG WIRD GEFÖRDERT – AUCH IM UNTERNEHMEN

Zum 1. Januar 2019 trat das Qualifizierungschancengesetz in Kraft, mit dem Ziel den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu ermöglichen, sich für den digitalen Wandel und den zunehmend automatisierten Arbeitsmarkt zu wappnen. Die Beschäftigten sollen unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße dabei unterstützt werden, ihre beruflichen Kompetenzen zu erweitern. Zudem sollen mehr Menschen zur Weiterbildung angeregt werden. Der Gesetzesentwurf gründet auf Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufserforschung (IAB), demnach sich der Anteil der Jobs, die durch neue Technologien ersetzt werden können, von 15% (2013) auf 25% (2016) erhöht hat und bei Fertigungsberufen die Austauschbarkeit durch Maschinen bereits bei 83% (2016) liegt.

Nun haben Arbeitnehmer das Recht, sich bei der Agentur für Arbeit über Weiterbildungen beraten zu lassen. Auch Arbeitgeber erhalten eine Qualifizierungsberatung. Diese Beratungen sollen frühzeitig und präventiv wirken, um eine Beschäftigungsunfähigkeit von Einzelnen zu verbessern oder dem Eintritt und der Verfestigung von Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Sie sorgen für Transparenz von Anpassungs- sowie Qualifizierungsbedarf im Betrieb.

Auch die finanzielle Förderung betreffend gibt es Neuerungen. Während bisher vor allem Arbeitssuchende für neue Tätigkeiten umgeschult wurden, werden nun zusätzlich Weiterbildungen gefördert, die in die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern investieren.

Das heißt, die Arbeitsagentur übernimmt einen Teil der Weiterbildungskosten unter der Voraussetzung, dass der Arbeitgeber sich an den anfallenden Kosten beteiligt und dass Kenntnisse und Fähigkeiten erworben werden, die über eine Anpassungsfortbildung hinausgehen. Außerdem wird die Langfristigkeit der erworbenen Kompetenzen, der Abstand zum Ausbildungszeitraum und die Dauer der Weiterbildung geprüft.

Im Gegensatz zum ersten Gesetzesentwurf, nach dem nur außerbetriebliche Weiterbildungen gefördert werden sollten, wurde für das mittlerweile in Kraft getretene Gesetz beschlossen, dass auch Maßnahmen im Betrieb gefördert werden können – soweit sie von einem zugelassenen Träger durchgeführt werden. Dies entspräche der Erfahrung, wonach effizientes Lernen am besten im Betrieb selbst funktioniert.

Nähere Informationen zu den Fördermöglichkeiten erhalten Sie unter https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Qualifizierungsoffensive/qualifizierungsoffensive