DIE SUBLIMIERUNG DES KAUDERWELSCHS

Bilder sind wirkungsvoller als Texte, daher auch das Sprichwort »1 Bild sagt mehr als 1.000 Worte«. Im vergangenen Newsletter wurde dieses Sprichwort erweitert: »1 Video sagt mehr als 1.000 Bilder. 1 VR/AR-Erfahrung sagt mehr als 1.000 Videos.« Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen resultiert vor allem aus der mehrkanaligen Wahrnehmung, das heißt unsere Wahrnehmung lässt sich anhand von sechs Kanälen unterscheiden. Je mehr Wahrnehmungskanäle bei einer Informationsaufnahme aktiviert sind, desto besser und nachhaltiger gelingt uns diese Aufnahme. Daher sollen Texte vor allem mit Bildern geschmückt werden, um wenigstens zwei Kanäle unserer Wahrnehmung ansprechen zu können.

Doch man sollte sich nicht vollends auf Bilder verlassen. In jedem Fall sollte der Inhalt eines Textes sprachlich qualitativ vermittelt werden, sodass die Informationsaufnahme verständlich und nicht verkompliziert wird.

DIE SECHS KANÄLE DER WAHRNEHMUNG
visuell/optisch: sehen
auditiv/akustisch: hören
haptisch/taktil: fühlen, berühren
gustatorisch: schmecken
olfaktorisch: riechen
thermal: Wärmeempfinden

1. SATZSTRUKTUR

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Textverständnis gewandelt, vor allem durch das Internet. Texte, Beschreibungen, Anleitungen etc. sind heute kürzer. Lange und verschachtelte Sätze dagegen verlangsamen das Lesetempo. Das muss nicht schlimm sein, doch für das Lesen dieser Sätze wird Konzentration verlangt, was schnell ermüdend sein kann. Wenn der eigene Text möglichst einfach gehalten werden soll, müssen kurze und knappe Sätze verwendet werden. Sogenannte »Stakkatosätze« (»Er schreibt. Morgen ist Abgabe. Es ist noch viel zu tun. Er verzweifelt. Wie soll er das schaffen? Die Zeit rennt. Der Uhrzeiger schreitet voran.«) helfen dabei jedoch nur geringfügig, denn die Sätze stumpfen ab und die Leserinnen und Leser kommen nicht zum Atmen. Wichtig ist folglich ein gesunder Ausgleich zwischen der Textlänge und dem Körperbau des Satzes zu finden: möglichst kurz, doch so lang wie nötig.

2. FREMDWÖRTER

Die deutsche Sprache beherbergt einen riesigen Sprachschatz, den man gut und gerne ausschöpfen kann und soll. Doch Texte werden durch die Nutzung ungewöhnlicher Wörter verkompliziert, seien sie noch so schön und klingen sie noch so »intelligent«. Je einfacher man seinen Inhalt erläutern kann, desto einfacher ist es, ihn zu lesen und zu verstehen. In Zeiten von sozialen Netzwerken steht auch der Wunsch nach Authentizität hoch im Kurs. Dabei geht es nicht darum möglichst umgangssprachlich zu formulieren, sondern vielmehr dem Leser auf Augenhöhe zu begegnen und ihn weder zu unter-noch zu überfordern.

3. SINNHAFTIGKEIT & NEUGIER

Warum soll ein Text gelesen werden? Die Antwort auf diese simple aber grundlegende Frage muss möglichst stets präsent sein, sodass der Leser einen Nutzen für sich aus diesem Text entnimmt. Gleichzeitig muss ein Text die Neugier des Lesers ansprechen. Aktivierende und vielversprechende Formulierungen, starke Einleitungen und überzeugende Argumente führen zu Interesse und Freude, sich mit dem Text auseinanderzusetzen und erleichtern die Informationsaufnahme.

Prinzipiell kommt es bei der Text-Produktion auf die Zielgruppe an. Richtet sich der Text an ein akademisches Fachpublik, können auch vermehrt verschachtelte Sätze und Fremdwörter verwendet werden. Dazu muss die Zielgruppe genau analysiert und ausgewertet werden, sodass die Formulierungen auf ein größtmögliches Verständnis des Textes ausgelegt werden.

Das Verständnis eines Textes kann aber auch vom Medium, auf dem es transportiert wird, abhängig sein, wie 130 Forscher aus etwa 30 Ländern in der sogenannten »Stavanger Erklärung« verdeutlichen. Während es bei narrativen Texten – z. B. Romane – nicht darauf ankommt, ob die Texte auf dem Tablet oder auf Papier gelesen werden, sollten längere und schwierigere Fachtexte eher auf Papier gedruckt werden, da die Auseinandersetzung eines Textes am Bildschirm oberflächlicher erfolgt. Dies bestätigt auch die Erhebung der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) aus dem vergangenen Jahr, in der rund 42 % der Befragten angeben, längere Texte lieber auf dem Papier zu lesen. Lediglich knapp 5 % bevorzugen längere Texte auf dem Bildschirm.

Die arago Consulting überarbeitet Texte nach Ihren Vorstellungen und Wünschen – nicht nur in Hinsicht auf Grammatik, sondern auch auf Verständnis und alternative Formulierungen – und sorgt gleichzeitig für den optimalen Druck des Fachtextes, damit Ihre Texte gelesen und verstanden werden.