ARAGO KUNDENAKADEMIE: »KOMMUNIKATION – SO KLAPPT`S MIT JEDEM!« (TEIL 1 von 2)

Ob im Privat- oder im Berufsleben, eine erfolgreiche Kommunikation verhindert Missverständnisse, führt schneller zum Erfolg, erleichtert die Zusammenarbeit und trägt entscheidend zum persönlichen Wohlbefinden bei. Immer wieder erleben wir die Situation, dass uns das Ergebnis nach einer ausführlichen Absprache überrascht. War das nicht ganz anders besprochen worden? Hat da jemand nicht zugehört? Das kann doch nicht sein! Diese und ähnliche Gedanken kennt jeder. Liegt es wirklich am Gegenüber, dass wir uns  so häufig missverstehen? Unsere Referentin Frau Dr. Sabina Schilcher-Gerlach war ursprünglich als Biologin tätig und interessierte sich sehr für die Funktionsweise biologischer Systeme. So beschäftigte sie sich z.B. mit dem Kommunikationsverhalten in Tiergruppen und den dabei zum Einsatz kommenden Lauten, der Mimik und Gestik.

Nach vielen Jahren in der freien Wirtschaft ist sie nun als zertifizierte Managementtrainerin im Bereich Führungskräfteentwicklung, Changemanagement und Teamentwicklung tätig. Im Rahmen der arago Consulting Kundenakademie am 10. Oktober 2019 im Restaurant LoftAGE, führte Frau Dr. Schilcher-Gerlach in einem spannenden Vortrag aus, wo die Ursachen für die unterschiedliche Wahrnehmung von Situationen und deren Umsetzung liegen, wie sich eine klare und zielgenaue Kommunikation auf den Erfolg und die Zusammenarbeit auswirkt und wie Sie Missverständnisse bei Absprachen vermeiden können.

 

Unser Geschäftsführer Daniel Stöckel begrüßte die Gäste und stellte unsere Referentin vor.

 

Zunächst erläuterte Frau Dr. Schilcher-Gerlach,was Kommunikation überhaupt bedeutet und wer daran beteiligt ist. So simpel wie korrekt: Kommunikation zwischen Menschen ist die Übertragung von Informationen von einem zum anderen. Dabei komme es darauf an, dass der eine die Information versteht, die der andere versendet. Das Dilemma dabei sei jedoch, das zum Verstehen mehr gehört, als nur die gleiche Sprache zu sprechen.

 

DIE VIELEN EBENEN DER KOMMUNIKATION

An der Kommunikation beteiligt ist ein Sender. Er kommuniziert was er denkt oder fühlt und bringt diese Information unter anderem in Form von Sprache, mit seiner Stimme, aber auch mit Gestik und Mimik in die Welt. Sobald ein stimmliches Signal ausgesendet wird, begibt sich dieses Signal auf eine »Reise der Verarbeitung« hin zum Empfänger. Den ersten Halt mache das gesendete Signal an einem recht wohlbekannten Sinnesorgan: dem Ohr. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass jeder Mensch anders hört – über unterschiedliche Frequenzen. Ähnlich wie beim Auge, das Gestik und Mimik verarbeitet. Ohren und Augen leiten das wahrgenommene Signal an die Nervenzellen weiterleiten. Interessanterweise zeigen Forschungsergebnisse, dass die eigene DNA eine Rolle dabei spielt, wie die wahrgenommenen Impulse interpretiert werden. Zudem spielt der der soziale und kulturelle Hintergrund eine große Rolle. Demzufolge ist Kommunikation ein weites Feld, das von vielen Faktoren beeinflusst wird.

 

GEFANGEN IN DER EIGENEN WIRKLICHKEIT

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawik verdeutlichte in seinem Modell, dass die Wirklichkeit der 1. Ordnung das ist, was wir über unsere Sinnesorgane und unser Nervensystem wahrnehmen. Die Wirklichkeit der 2. Ordnung ist die Bedeutung, der Sinn und der Wert, den wir damit verbinden. Das Problem in der Kommunikation ist oftmals, dass jeder der Meinung ist, dass es sich bei seiner Wirklichkeit um die einzige wahre Wirklichkeit handelt. Wir sind also in unserer Wirklichkeit gefangen und wollen nicht erkennen, dass unser Gegenüber die Situation anders sieht. Erst wenn wir unserem Gegenüber Verständnis aufbringen und seine Einzigartigkeit wahrnehmen, d.h. ihm mit Verständnis begegnen und seine Wirklichkeit erkennen, kann sich Vertrauen aufbauen.

Wie zwei Teile eines Puzzles: Damit Kommunikation erfolgreich
ist, benötigen Sender und Empfänger ein gemeinsames Verständnis.

Für die Kommunikation ist die Erkenntnis der Einzigartigkeit seiner selbst und auch die Erkenntnis der Einzigartigkeit anderer somit essenziell. Missverständnisse können zu Misstrauen und Ablehnung führen, die wiederum Konflikte hervorrufen. Doch mit Verständnis erzeugen wir Vertrauen und Annahme statt Ablehnung. Doch wie kann man dieses Verständnis erzeugen? Die Schwierigkeit liegt darin, dass wir nur 10 bis 20 Prozent unserer Handlungen und Tätigkeiten bewusst steuern. Die anderen 80 bis 90 Prozent laufen wir auf Autopilot.

 

AUTOPILOT: FLUCH UND SEGEN!

Dieses Dilemma des Unbewussten stellt Frau Dr. Schilcher-Gerlach zufolge in der Kommunikation eine große Hürde dar: Durch den Autopiloten schaffen wir Missverständnisse. Verhalten wir uns nicht mehr bewusst, wird unser Gegenüber verunsichert.

Der Autopilot hat jedoch auch sein Gutes: Wir könnten unseren Alltag nicht bewältigen, wenn wir alle Handlungen bewusst vornehmen müssten. Der Autopilot hilft uns bei Routinen wie z.B. beim Atmen oder beim Laufen. Welche ungeheure Belastung wäre es, wenn wir diese Routinen bewusst ausführen müssten. Nur dank des Autopiloten können wir unser Bewusstsein auf andere Dinge lenken. Für einen erfolgreiche Kommunikation ist es daher wichtig, sie bewusst auszuführen. Diese Erkenntnisse im Blick, präsentierte die Referentin einen Leitfaden für eine erfolgreiche Kommunikation:

 

1. SCHAFFEN SIE EINE GEMEINSAME AUSGANGSREALITÄT.

Machen Sie Ihrem Gesprächspartner klar, was Sie meinen. Schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis. Sprache ist hierfür gut geeignet, noch besser eignen sich jedoch Bilder. Beispiel: Wenn Sie in einem Meeting über eine Werbekampagne für Hundefutter sprechen, schaffen Sie zuerst ein Verständnis darüber, was die Personen im Raum unter einem Hund verstehen. Person A versteht darunter einen kleinen Dackel, Person B einen Windhund. Sie würden aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausgangsrealität die Kampagne für das Hundefutter komplett unterschiedlich aufbauen.

 
2. LERNEN SIE SICH SELBST KENNEN.

Auf manche Stichworte reagieren wir erfreut, auf andere entsetzt und wir wissen nicht warum. Befragen Sie ehrliche Freunde zu Ihren Einstellungen und Reaktionen auf gewisse Themen. Heutzutage wandelt sich die Kommunikation zwischen Menschen – insbesondere durch neue technologische Möglichkeiten wie z.B. What’s App – Mimik, Gestik und Körpersprache fällt weg. Emojis sollen diese zwar ersetzen, es gibt jedoch so viele dass man sich schnell einmal vergreift bzw. das Gegenüber unter dem Emoji etwas anderes versteht als beabsichtigt. Führen Sie also mehr persönliche Gespräche. Anhand von Eigenschaftslisten kann man sich selbst fragen: Wie ist diese Eigenschaft bei mir ausgeprägt?

 

3. FÜHREN SIE EINE AUF IHR GEGENÜBER ABGESTIMMTE KOMMUNIKATION.

Wie lernen Sie andere Personen kennen? Aus Verhalten und Körperhaltung können Sie schließen, wie Sie am besten kommunizieren. Dazu gibt es auch Persönlichkeitstest. Man muss sich fragen: Bin ich jemand der rational agiert oder emotional agiert? Bin ich introvertiert oder extrovertiert? Das ist sehr hilfreich für die Kommunikation. Zudem nehmen wir unterschiedliche Rollen ein. Als Marketingleiterin im Unternehmen agiere ich anders als in der Rolle  als Mutter zuhause. Dies muss man sich bewusst machen und sich daran anpassen.

 

Dieser Leitfaden kann hilfreich sein für erfolgreiche Kommunikation. Immer wieder wird deutlich, dass der Schlüssel zur guten Kommunikation das Einfühlen in sein Gegenüber ist.

Wie Sie dieses noch besser mithilfe eines Persönlichkeitstests einschätzen können, lesen Sie in der Dezember-Ausgabe unseres Newsletters.

Unser Geschäftsführer Daniel Stöckel mit Referentin Frau Dr. Schilcher-Gerlach.