PLÄDOYER FÜR EINE KORREKTE RECHTSCHREIBUNG

Weshalb ist eine korrekte Rechtschreibung wichtig? Weshalb gibt es Rechtschreibregeln?
Seit etwa 1.200 Jahren wird in deutscher Sprache geschrieben, allerdings jahrhundertelang ohne einheitliche Rechtschreibung. Die älteste schriftlich belegte Stufe des Deutschen, das Althochdeutsche, bestand aus einer Vielzahl unterschiedlicher regionaler Dialekte. Mit dem Vordringen des Christentums in den germanischen Lebensbereich übersetzten Mönche die lateinischen Texte ins Deutsche, um sie dem Volk nahezubringen. Sie schrieben dabei in dem Dialekt, den sie jeweils sprachen. Lebte ein Mönch außerhalb seiner Heimatgegend, so musste er allerdings so schreiben, dass er in der Umgebung seines Klosters auch verstanden wurde. Dadurch kam es zu einem Sprachausgleich. Mit der Entwicklung des Buchdrucks (Gutenberg, ab 1450), der Bibelübersetzung durch Luther (1534) und der Ausbreitung des Buchs als »Massenartikel« setzte sich dieser beständig fort.

Noch sehr lange aber schrieb jeder, wie er es für richtig hielt, und das auch mal so und mal so, etwa Attaque neben Attacke, Herd neben Heerd. Selbst Goethe hielt die Rechtschreibung für seine »Privatsache«:

»Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte, und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen musste, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal getan.« (Quelle: Karl von Holtei, Vierzig Jahre Lorbeerkranz und Wanderstab. Lebenserinnerungen, Fünfter Band, 1845, S. 61)

Neben dem Einfluss der Drucker des 16./17. Jahrhunderts geht die heute gültige Rechtschreibung zurück auf Literaten und Sprachforscher der Aufklärung im 18./19. Jahrhundert, die eine systematische und einheitliche Rechtschreibung propagierten (Klopstock, Adelung, J. Grimm).

Im Zusammenhang mit der deutschen Reichsgründung 1871 wurden die abweichenden Regelhefte der Schulverwaltungen einzelner Länder zunehmend als ernsthafte Behinderung empfunden. Das Erlernen von Lesen und Schreiben galt als außerordentlich schwierig, da die Texte immer anders aussahen. Das Setzen von Schriften für den Druck war aufgrund der verschiedenen Schreibweisen aufwendig. Durch die unterschiedlichen Schreibweisen der Wörter waren die Texte schwer lesbar und wurden teilweise nicht verstanden.
Mit einem ersten Nachschlagewerk zur Rechtschreibung des Deutschen im Jahr 1880 leitete der Gymnasiallehrer Konrad Duden die Einheit der deutschen Rechtschreibung ein. Durch die Orthographische Konferenz 1901 erfolgte eine offizielle Regelung der deutschen Rechtschreibung aller deutschsprachigen Staaten (auch der Schweiz und Österreichs), die im Rechtschreibduden von 1902 festgeschrieben wurde. Die Schreibweisen des Duden wurden für alle Zweifelsfälle als verbindlich erklärt.


BEISPIELE:

Wir ändern Frauen, Herren Kinder Bekleidung
Wir ändern Frauen-, Herren-, Kinder-Bekleidung
(Wortkopplung mit Bindestrich)

Hängt ihn nicht, laufen lassen!
Hängt ihn, nicht laufen lassen!
(Kommasetzung)

Der Junge sieht dir ungeheuer ähnlich.
Der Junge sieht dir Ungeheuer ähnlich.
(Groß- und Kleinschreibung)

 

Eine amtliche Regelung gibt es seit der Rechtschreibreform im Jahr 1996, mit der die bisher gültigen Schreibweisen vereinfacht wurden. Seit 2006 sind sie – leicht modifiziert – an allen Schulen und öffentlichen Behörden verbindlich.

Fazit: Die einheitliche deutsche Rechtschreibung garantiert eine eindeutige schriftliche Verständigung innerhalb des deutschen Sprachraums.

Sie erleichtert das Erlernen von Lesen und Schreiben. Und sie orientiert sich langfristig an den Sprachentwicklungen der tatsächlich gesprochenen und geschriebenen Sprache. Die Rechtschreibregeln haben auch in Zeiten von Twitter, WhatsApp und Autokorrektur nichts an Aktualität verloren. Sie gelten in allen Textformen, um Missverständnisse auszuschließen.

Rechtschreibung und Sprache sind für geschäftliche Erfolge außerordentlich wichtig. Denn sie bestimmen wesentlich, wie Ihr Unternehmen von Geschäftspartnern und Kunden, von Interessierten und in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Zu gewährleisten, dass Texte höchsten Qualitätsstandards genügen, ist die Profession unserer Lektorin Hanna Hacker, M. A.

Unsere Lektorin Hanna Hacker, M.A.

Hanna Hacker ist studierte Germanistin und Rechtswissenschaftlerin und verfügt über die Lehrberechtigung »Deutsch als Fremdsprache«. Sie erwarb langjährige Lektoratserfahrung bei Verlagen für Wirtschaft, Recht und Steuern, als Leiterin des Redaktionsstabs beim Deutschen Bundestag und als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. (GfdS) in Wiesbaden. Seit dem Jahr 2006 ist Hanna Hacker selbstständige Lektorin für Verlage, Unternehmen und Agenturen, seit 2012 arbeitet arago mit ihr zusammen.

Unser Angebot für Sie im Bereich Lektorat lautet konkret: Ihre Texte werden schnell und sicher geprüft. Wir entdecken Irrtümer in der Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik. Wir machen Vorschläge zur besseren Verständlichkeit und finden die griffige Formulierung. Damit Ihre Texte so wirken, wie Sie es wünschen. Den Umfang bestimmen Sie. Um den Rest kümmern wir uns. Nehmen Sie Kontakt auf unter:

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Tel.: 0 69/9 57 39 09–20
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