AUFBRUCH IN NEUE DIMENSIONEN – DIE LEARNTEC 2018

Neben Blended-Learning und dem Einsatz von Videoaufnahmen gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, den Lernprozess zu unterstützen, wie die jährlich stattfindende Kongressmesse Learntec vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2018 zeigte. Seit 1992 informiert sie über die professionelle Bildung und setzt dabei einen Schwerpunkt auf den digitalen Bereich mitsamt seinen aktuellen Trends und zukünftigen Entwicklungen. Mit über 10.000 Besuchern und 302 Ausstellern war die Learntec wieder einmal die größte Veranstaltung für digitale Bildung in Europa.

In diesem Jahr rückten vor allem die Themen Virtual Reality und Augmented Reality in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Nutzung dieser  Technologien im Bildungssektor wird als »Immersive Learning« bezeichnet.


VIRTUAL REALITY (VR)
Der Nutzer interagiert in einer dreidimensionalen computererzeugten Umgebung. Ihm wird das Gefühl gegeben, sich wirklich in dieser Umgebung zu befinden.

AUGMENTED REALITY (AR)
Die Realität wird mit virtuellen bzw. computergenerierten Inhalten verbunden. So sieht man z. B. durch die Kamera des Smartphones auf dem Display das Brandenburger Tor. Auf dem Bildschirm werden darüber virtuelle Erläuterungen

und Informationen zu diesem Bauwerk eingeblendet.

Der Vorteil des immersiven Lernens liegt darin, dass ein praktisches Lernen ermöglicht wird, ohne eine entsprechende und teure Infrastruktur für Trainings bereitzustellen, entsprechend der konfuzianischen Weisheit:

»Ich höre und vergesse, ich sehe und behalte, ich handle und verstehe.«


Notfallsanitäter können mit konkreten Notfallszenarien konfrontiert werden oder Techniker simulieren Reparaturen. Die Deutsche Bahn nutzt beispielsweise Virtual-Reality-Lernanwendungen für die Ausbildung ihrer Techniker, um die Lücken zwischen theoretischen und praktischen Methoden zu schließen, wie Martin Respondek von der DB Systel GmbH auf der Learntec in einem Vortrag erläuterte. So können die Techniker bereits in den Lernanwendungen mit der Hardware und der Infrastruktur arbeiten und werden so virtuell aber praktisch ausgebildet. Bei einem Anwendungsfall in der Realität bearbeiten die Techniker bereits bekannte Arbeitsschritte und müssen sich nicht vollständig auf die Theorie verlassen.

Immersives Lernen ist aber auch in einer erweiterten Realität möglich. Der Einsatz von Augmented Reality ist mit Hilfe der sogenannten HoloLens von Microsoft möglich. Auf der Learntec zeigte das Unternehmen CREATE 21st century, wie die HoloLens in Trainings eingesetzt werden kann. So können Führungs-, Kommunikations- und Verkaufsschulungen abgebildet werden, indem verschiedene Kommunikationsszenarien durchgespielt werden. Dem Anwender werden über die Brille Zusatzinformationen wie beispielsweise mögliche Antwortalternativen angezeigt. Dass durch Augmented Reality auch Learning on Demand einen höheren Stellenwert und einfachere Umsetzung erhält, beweist ein Clip der thyssenkrupp AG, der zudem weitere Anwendungsmöglichkeiten der HoloLens visualisiert (https://www.youtube.com/watch?v=8OWhGiyR4Ns).

Virtual Reality eröffnet neue Möglichkeiten in den Bereichen Training und Coaching.

Auch unser Partner im Bereich E-Learning – die IMC AG – war auf der diesjährigen Learntec vertreten und ist in der Entwicklung von virtuellen Lernmöglichkeiten aktiv. Auf der Messe konnten die Besucher in eine virtuelle Museumswelt eintauchen, die IMC auf Basis des »Museums der Optik« von Zeiss entwickelt hat. Dabei wird deutlich, dass ein virtueller Museumsbesuch mehr Möglichkeiten bietet als ein realer Rundgang. So sind beispielsweise Ausstellungsstücke im virtuellen Raum anfassbar.

Die diesjährige Learntec unterstrich erfolgreich die Bedeutung der virtuellen und erweiterten Realitäten für den Aus- und Weiterbildungsbereich. Sollten Sie weitergehendes Interesse an diesem Thema haben, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.


Bildnachweise & Quellen

  • © KMK/Behrendt und Rausch